Vergleich: Stopple-Technik & T-Valve Absperrschieber

Wie unterscheiden sich Zeit-, Ressourcen- und Kostenaufwand? Wann lohnt sich was? 

Bei Arbeiten an bestehenden Rohrleitungen ohne Netzabschaltung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Klassisch wird häufig die Line-Stopping-Technik eingesetzt, um temporär einen Leitungsabschnitt zu isolieren und dort Umbauten oder Reparaturen durchzuführen. Mit der T-Valve gibt es eine dauerhafte Alternative: Ein vollwertiger Absperrschieber kann ohne Netzabschaltung nachträglich eingebaut werden und bleibt dauerhaft als Armatur im Netz. Im folgenden Vergleich zeigen wir die Unterschiede hinsichtlich Funktionsweise, Wirtschaftlichkeit, Dauerhaftigkeit und Anwendungsbereichen.

 

LINE STOPPING

T-VALVE


Funktionsweise

Temporäres Absperrelement wird durch eine Anbohrung eingeführt.

Permanentes Absperrelement (Schieber) wird direkt eingebaut.


Dauerhaftigkeit

Temporär; muss nach Abschluss rückgebaut werden.

Permanent; bleibt als voll funktionsfähige Armatur im Netz.


Materialaufwand

Hoch (Setzen von Stopfen, Schweißen, Hilfskonstruktionen).

Geringer (Einmalige Installation der Armatur).


Platzbedarf

Erheblich 

Kompakt (wie ein herkömmlicher Schieber).


Kosten

Hohe Einmalkosten pro Einsatz 

Investition in einen Schieber, der dauerhaft genutzt werden kann.


Dimensionen

DN 25 bis DN 1600

DN 80 bis DN 600


Betriebsdruck

PN 16 / PN 25

Bis PN 16


Temperatur

Bis 40 °C oder 130 °C je nach Betriebsdruck

Bis 40 °C 


Medien Stopple-Technik T-Valve Absperrschieber
Trinkwasser
Abwasser X
Erdgas X
Fernwärme X
Erdöl X

Anwendungsbereich

Line Stopping eignet sich besonders dann, wenn:

 eine kurzfristige Reparatur oder Umbaumaßnahme durchgeführt werden muss,

 in bestehenden Netzen temporär abgesperrt werden soll,

 Medien wie Trinkwasser, Abwasser, Erdgas, Fernwärme oder Erdöl betroffen sind,

 komplexe oder großdimensionierte Leitungen bearbeitet werden.

Der T-Valve ist besonders sinnvoll, wenn:

 eine neue permanente Absperrstelle im Netz geschaffen werden soll,

 eine Leitung im laufenden Betrieb nachträglich segmentiert werden muss,

 die Netzstruktur strategisch verbessert werden soll,

 Trinkwasserleitungen ohne Versorgungsunterbrechung erweitert werden sollen,

  Ein defekter Bestands-Schieber ersetzt werden muss.


Stopple-Technik | Die temporäre Lösung

Beim Stoppeln wird die Leitung unter Druck angebohrt. Ein mechanischer Stopfen wird in das Rohr eingeführt, um den Fluss zu blockieren.

•  Vorteil: Man kann fast überall im Netz intervenieren, ohne das Wasser abzulassen.

•  Nachteil: Nach der Reparatur wird der Stopfen entfernt und die Bohrung mit einem Verschlussstopfen versiegelt. Man hat zwar die Reparatur erledigt, aber keinen neuen Absperrpunkt für die Zukunft gewonnen. 

T-Valve Schieber | Die dauerhafte Lösung

Der T-Valve ist im Grunde eine Kombination aus einer Anbohrarmatur und einem vollwertigen Absperrschieber.

•  Vorteil: Der Schieber wird unter Druck installiert, ist sofort funktional und verbleibt dauerhaft im Netz. Die Leitung wird also nicht nur abgesperrt, sondern auch ein neuer, permanenter Absperrschieber im Netz installiert.

 

→ Der T-Valve ist ideal, wenn man ohnehin eine neue Abzweigung schaffen oder das Netz für die Zukunft besser segmentieren will. Der Schieber stellt eine dauerhafte Alternative zum Line Stopping dar.